Erfahrungen mit Hybrid-CI

  • Zuerst einmal die Frage, welches CI hast du denn (Hersteller?)


    ich bin selbst bds. mit EAS versorgt (Med-El Sonet) und kann hier den Akustikteil, also Hörgeräteanteil nicht selbst abkoppeln.


    Mein Restgehör ist nach der OP jeweils auch um ca. 10 db schlechter als davor gewesen, aber immer noch erhalten geblieben.


    M.E. macht es wenig Sinn, das Hören ohne Akustikteil zu üben, denn wieso hätte man ansonsten das Restgehör erhalten sollen? Bei mir war auch der Hochtonbereich so schlecht, dass ein Sprachverständnis nicht bzw. kaum mehr möglich war, weswegen dann die Ci-OP erst rechts, dann 2 Jahre später links erfolgt ist. Im Zusammenspiel CI/Hörgeräteanteil ist wieder ein sehr gutes Hörergebnis, vor allem im Sprachbereich erreicht.


    Wenn man natürlich den Akustikteil, sprich Hörgeräteanteil weglässt, dann würde ich auch kaum etwas verstehen, da dieser natürlich auch wichtig ist. Da dieser noch durch das Restgehör übermittelt wird, sind diese Frequenzen natürlich nicht auf deinem CI-Anteil (digital) programmiert, also können diese auch nicht "gehört" werden wenn du nur mit CI trainierst. Dies hat bei mir erst "einigermaßen" funktioniert, nachdem ich einige Monate beide Komponenten in Zusammenarbeit "gehört" hatte, wenn auch nur mit Anstrengung und starker Konzentration (ich kann den Akustikteil nicht abkoppeln, ich lasse dann einfach die Ohrpassstücke weg). Warum aber soll man sich das Leben schwerer machen als es sein muss?


    Inzwischen hatte ich sowohl rechts als auch links Hörstürze,sodass nun rechts das Restgehör fast komplett weg ist und der Tieftonbereich nun fast komplett auf das CI umprogrammiert wurde. Das Hören ist nun anders, aber auch zu bewältigen.


    Also nach meinen Erfahrungen Hören üben mit beiden Komponenten, wenn du dann immer noch das Hören üben willst ohne den "Hörgeräteanteil", würde ich erst einige Monate warten.

    rechts Med-El FlexEAS, OP August 2012, EA September 2012
    links Med-El FlexEAS, OP März 2014, EA 14.04.2014

  • Liebes Grummelchen, vielen Dank für die ausführliche und sehr hilfreiche Antwort! Ich habe ein CI von Cochlear, Nucleus 7. Ich kann den HörgeräteTeil auch nicht ausschalten, ich habe einfach das OhrPassstück heraus gezogen und so ausgerichtet, dass es nicht aufs Ohr gerichtet war.

    Aber du hast natürlich recht, es ist so, dass die tiefen Frequenzen nicht auf das CI, sondern für den HörgeräteTeil programmiert sind und von daher ist das, was das CI produziert unvollständig. Es klingt sehr logisch und überzeugend, was du schreibst und ich werde Dann jetzt mit beiden Komponenten üben. Das ist einfacher, weil ich so natürlich viel mehr verstehe.

    Herzliche Grüße,

    Stephan

  • moin Stephan, dass das Restgehör nach 2 1/2 Wochen noch schlechter als vor der OP ist, halte ich nicht für ungewöhnlich. Schließlich war das ein großer Eingriff. Bei mir war erst nach gut 6 Wochen das Restgehör wieder so gut wie vor der OP.


    Gruß Andreas

    Hallo Andreas,

    jetzt eine ganze Weile danach möchte ich doch noch einmal Rückmeldung geben. es hat sich bei mir tatsächlich auch herausgestellt, dass acht Wochen nach der Implantation das Restgehör in etwa so wie vorher war! Noch mal vielen Dank für die Ermutigung, Stephan

  • Hallo,


    der Hörrest ist so eine Sache für sich. Ist man auf allen Frequenzen hochgradig schwerhörig, kann man sich gleich davon verabschieden, denn kein Hörgerät wird ihn jemals ausgleichen können.

    Abgesehen davon, dass der Hörrest noch nach Jahren verloren gehen kann (so geschehen bei mir). Warum das trotz aller Vorsichtsmaßnahmen so ist, weiß niemand.



    Herzliche Grüß0e,
    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg