Erfahrungen mit Hybrid-CI

  • Hallo Miteinander,


    mir wurde ein Hybrid-CI empfohlen. Im Tieftonbereich hör ich für ein "Standart"-CI noch zu gut, der Hochtonbereich ist ab 2kHz kaum bis gar nicht mehr vorhanden.


    Suche nun Menschen, die ein Hybrid-CI haben und von Ihren Erfahrungen berichten (mein Favorit ist das Nuclus 6 von Cochlear).


    Danke.

  • Hallo,
    leider kann ich Dir aus eigener Erfahrung nicht weiterhelfen. Aber ich denke, wenn Du die Suchfunktion benutzt, wirst Du etliche Beiträge zum Thema hier im Forum finden können.
    Was das Fabrikat angeht, würde ich mich nicht zu sehr festlegen, sondern auf den Rat der Ärzte hören, die vermutlich genauer sagen können, welche Art der Elektrode bei Dir am sinnvollsten ist.
    Adelheid

  • Hallo Pinochio,


    ich bekam im August 2012 das EAS System (Hybrid CI) von Med-El implantiert, Ersaanpassung war im September 2012.


    Zunänchst einmal interessant zu wissen wäre auch, wie gut dein Restgehör ist. Ist ein Ohr oder beide Ohren betroffen?


    Bei mir war das Restgehör noch sehr gut, bei 20 db, nur die hohen Töne waren wie bei dir auch weg. Deswegen bekam ich letztes Jahr auf dem rechten Ohr mein CI, das linke Ohr ist auch schwerhörig, hier sahen die Werte allerdings noch etwas besser aus als auf dem rechten Ohr.


    Nach der Erstanapassung bin ich sehr gut wieder ins Hören gekommen, da ich ja nie wirklich "nichts" gehört hatte, sondern einfach kontinuierlich schlechter gehört hatte und mein Gehirn daher nichts neues lernen musste sondern wieder altes "auffrischen" musste. Die ersten beiden Tage nach der Erstanpassung waren allerdings der Horror, eine Dauerberieselung mit Gefiepe und Gepiepse, Zischen und Knattern, aber dann oho, am dritten Tag morgens dachte ich schon, der Sprachprozessor ist kaputt, absolute Stille . Erst als tatsächlich ein Geräusch entstand, wurde etwas übertragen. Eine wahre Erholung. Erstaunlich, was ich alles nicht mehr gehört hatte, Schlüsselklimpern, Vögelzgezwitscher etc., banale Alltagsgeräusche waren auf einmal spannend und aufregend :D Frustrierend für mich allerdings wenn ich ein Geräusch gehört hatte und es nicht zuordnen konnte und niemand da war, der mir sagen konnte was das für ein Geräusch war.


    Nach ca. 7 Monaten hatte ich mit dem CI in Ruhe beim Freiburger Zahlen- und Worttest bei 60 db 100 % erreicht, im Lärm hapert es immer noch ein wenig. Auch bei einigen ähnlich klingenden Buchstaben habe ich noch einige kleine Problemchen. Telefonieren kann ich auch einwandfrei, allerdings nutze ich hierfür einen Bluetooth-Verstärker, der die Sprache direkt in das CI überträgt, auch hier habe ich inzwischen keinerlei Schwierigkeiten.


    Eigentlich wollte ich zur stationären Reha, dies hatte allerdings die Rentenversicherung abgelehnt. Zur Zeit mache ich daher die "ambulante Reha", also das Hörtraining. Das hat sich jetzt leider auch alles noch ein wenig hingezogen, da das CIC Friedberg in Frankfurt eine Zweigstelle aufmachen wollte, dies für Mai geplant war und die offizielle Eröffnung immer noch nicht war, aber immerhin haben die jetzt mit den Behandlungen angefangen. Jetzt wird eben noch an den Feinheiten gearbeitet ;)


    Im Alltag sowie im Berufsleben ist es wunderbar, wieder gut hören zu können. Besprechungen und Gespräche mit Vertretern sind absolut kein Problem (solange kein allzu großer Lärm herrscht, hieran arbeite ich im Moment noch beim Hörtraining).


    Der einzige Nachteil den ich bisher erkennen kann ist der, dass ich das Gefühl habe dass auf dem linken Ohr nichts mehr ankommt, da das rechte Ohr inzwischen so mächtig geworden ist und so gut hört. Die Überprüfungen zeigen aber, dass das Ohr noch hört, aber eben nicht gut.


    LIebe Grüße
    Grummelchen

    rechts Med-El FlexEAS, OP August 2012, EA September 2012
    links Med-El FlexEAS, OP März 2014, EA 14.04.2014

  • Hallo,


    ich trage jetzt seit 6 Jahren das Hybrid-System von Cochlear. Bin auch sehr zufrieden damit, die akustische Komponente trägt in Kombination mit dem CI sehr viel zum Sprachverstehen bei.


    Dennoch einige Anmerkungen/Hinweise:


    - Setzt dir die Sprachprozessoren jeweils für mindestens 10 minuten mal auf das Ohr. Die Systeme von Cochlear (im-Ohr Hörgerät) können vom Sitz her etwas problematischer sein als die von Med-El (Otoplastik), da die Im-Ohr Komponente den Sprachprozessor nicht wie eine Otoplastik etwas nach vorne ziehen kann und so für einen besseren Sitz sorgen kann.
    - Die im-Ohr Komponenten sind etwas anfälliger für Verstopfung durch Ohrenschmalz als Otoplastiken. (Bei offener Versorgung, wie beim N6, ist das weniger ein Problem). D.h je nachdem muss Reinigungszeugs / Wechselfilter mitgeführt werden (zusätzlich zu den Battierien/Akkus).
    - Musikhören macht für mich erst mit der akustischen Komponente richtig Spaß. Nur mit CI klingt es für mich doch zu "langsam" oder zu stark nach Klanggewitter.
    - Das wichtigste: Wie schaut derzeit dein Hörverlust aus, vor allem in den tiefen Frequenzen? Und wie hat sich der Hörverlust in den letzten zehn Jahren entwickelt?
    Wirst du in den nächsten 10 bis 15 Jahren in den Bereich "Alterschwerhörigkeit" und somit weitere Verschlechterung kommen, oder nicht?
    Kannst du eine offene Versorgung wie mit den Nucleus 6 tragen oder nicht? (Wenn eine offene Versorgung möglich ist, ist das besser als Otoplastik oder im-Ohr Gerät. Je nach Motorik der Finger kann eine Otoplastik aber auch leichter zu handhaben sein)
    Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Hybrid/EAS-Patienten nur mit dem CI etwas schlechter abschneiden als "normale" CI-Patienten. Wie viel davon allerdings durch verstärktes Training noch herausgeholt werden kann, weiß ich nicht genau.


    Hoffe das hilft dir etwas bei der Entscheidung,
    JND

  • Für mich auch gut zu wissen: Die EAS Elektro ist verkürzt und deckt logischerweise den Tieftonbereich nicht ab oder zerstört ihn. Falls aber später auch dieser Bereich schwächer wird und das Hören im Tieftonbereich schwächer wird, kann das Hybrid-System durch ein normales CI ersetzt werden und die eingesetzte Elektrode übernimmt dann den Tieftonbereich. Das Gehirn macht es möglich, nach Training klingt es irgendwann wieder normal.
    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich
    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Hallo,


    erstmal danke für die Infos.


    Hier mein Hörverlust:


    links (für die das Hybrid-CI angedacht ist):
    250 Hz - 30
    500 Hz - 40
    1000 Hz - 60
    2000 Hz - 85
    3000 Hz - 100
    danach "tot"


    2011
    250 Hz - 25
    500 Hz - 30
    1000 Hz -55
    2000 Hz - 85
    3000 Hz - 100
    4000 Hz - 110
    8000 Hz - 110

    Rechts:

    250 Hz - 25
    500 Hz - 35
    1000 Hz - 60
    2000 Hz - 70
    3000 Hz - 70
    4000 Hz - 90
    8000 Hz - 90


    Ursprünglich als Kind war es eine Mittelohrschwerhörigkeit, nach den Trommel-OP´s hat sich der Tieftonbereich verbessert, der Hochtonbereich ist beidseitig langsam immer schlechter geworden. Es ist zu vermuten, dass der Hörverlust sich langfristig verschlechtert, da eine familienbedingte Spätschwerhörigkeit hinzukommt. Das Tonaudiogramm hat sich minimal verschlechtert in den letzten Jahren, jedoch sind die Werte im Sprachaudiogramm deutlich verschlechtert. Auf der linken Seite nehme ich mit Hörgerät kaum noch Sprache verständlich wahr. Da ich als Sozialarbeiterin täglich fast immer in Kommunikationssituationen bin, merke ich die Verschlechterung in der Kommunikationsfähigkeit täglich. Ohne FM-Anlage und Schriftdolmetscher ist (fast) nix mehr zu machen.
    Die Entscheidung für ein CI hab ich bereits vor Jahren getroffen, jedoch war mein Tonaudiogramm bis jetzt noch zu gut dafür. Jetzt wurde das Hybrid ins Gespräch gebracht, mit dem ich auch schon länger gedanklich mich beschäftigt habe. Ich erwarte nicht, dass sich all meine kommunikativen Einschränkungen lösen, aber ich wünsche mir, etwas besser Sprache zu verstehen, in manchen Gespräch entspannter zu sein. Und auch mal wieder an einem Kurs an der VHS teilnehmen zu können, in dem ich nicht nur 3 von 12 Leuten verstehe.


    Viele Grüße


    Bettina

  • Hallo Bettina,


    von den Audiogrammwerten kommt ein Hybrid-CI noch in Frage. Ich fürchte eine offene Versorgung wie z.B. mit dem Nucleus 6 wird schon etwas grenzwertiger (Rückkoppelungspfeifen), wenn nicht sogar unmöglich.
    Du hast geschrieben, dass langfristig eine Schwerhörigkeit nicht auszuschließen ist. Gibt es Erfahrungswerte in der Familie, wie stark der Hörverlust fortschreitet?
    Und welche Frequenzen er betrifft? Ein Hybrid-CI kommt so bei 60-70 dB Hörverlust an seine Grenzen. Und bis 500 Hz sollte noch ein Restgehör im Bereich von 60-70 dB Hörverlust da sein, damit ein Hybrid-CI funktioniert.
    Deine Erwartungen an das CI sind schonmal recht realistisch, ich muss dich aber warnen, dass das erste halbe Jahr mit CI viel Geduld und Nerven kostet. Ganz zu Anfang wirst du mit Ohrstöpseln in beiden Ohren rumlaufen müssen, damit sich dein Gehirn an das elektrische Hören gewöhnen kann. Wenn du dann einigermaßen mit dem CI verstehen kannst, wird es wieder ein wenig dauern, bis der akustische Teil das elektrische Hören ergänzt. (Und es ist SEHR verlockend, einfach nur den akustischen Teil reinzusetzen, weil man ja dann etwas versteht...)


    tele-nobbi : Wenn das Restgehör beim Hybrid-CI nachlässt, ist es NICHT notwendig, die Elektrode rauszunehmen und eine längere zu implantieren. Stattdessen können einfach die Hybrid-Elektroden zu einer "normalen" CI-Elektrode umprogrammiert werden. Es stimmt, dass die Hybrid-Elektroden verkürzt sind und deswegen tiefe Frequenzen nicht ganz so optimal übertragen können wie normal lange Elektroden.Dies lässt sich durch Training zum größten Teil ausgleichen.


    Schöne Grüße,
    JND

  • Stimmt, ich meinte auch nicht, dass die Elektrode ersetzt wird, sondern nur das CI umprogrammiert wird. Sonst alles so, wie JND geschrieben hat....
    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
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  • Guten Morgen,


    - zur familienbedingten Spätschwerhörigkeit: soweit ich das mitbekomme, begann die immer so mit 40-50 Jahren, sehr langsam fortschreitend, meine Mutter und Onkel sind nun mit über 70 Jahren mittelgradig sh, tendenz hochgradig schwerhörig. Meine Oma war am Lebensende An Taubheit grenzend schwerhörig, sie war aber auch über 100 Jahre geworden. Von daher gehe ich von einer langsamen Progidenz im Tonaidiogramm aus. Nicht einschätzen kann ich die Mini-Hörstürze aufgrund des Hörstresses.
    - Eletrode: genau, das hat mir der Audiologe auch erklärt, dass eine verkürzte Elektrode verwendet wird. Die technische Umstellung von Hybrid auf CI ist wohl mit mehreren Klicks am PC machbar. Umgewöhnen muss sich dann die Hörverarbeitung. Ist aber gut zu wissen, dass dann keine erneute OP notwendig ist.
    - Ohrpassstück: dies ist für mich erstmal kein Kriterium, ob offene Versorgung oder Ohrpassstück. Trage seit fast 30 Jahren HG´s mit Ohrpassstücken und nehme es nicht als Fremdkörper wahr. Und die infrage kommende seite ist auch Entzündungsfrei und eitert nicht rum, von daher ist hier auch das kein Thema (auf der anderen Seite müßte dies mit betrachtet werden).
    - Ich geh einfach mal davon aus, dass ich die Geduld für die Hörgewöhnung haben werde. Wenn die Aussicht am Ende des Weges eines Hörentspannung ist, dann ist es mir die Anstrengung wert.


    @Norbert: wo wurdes Du operiert? Ich bin aus HH.


    Viele Grüße
    Pinochio

  • Hallo Pinochio,
    ich komme aus Norderstedt und wurde in der MHH operiert. Das alles kannst du nachlesen unter:


    So, meine Geschichte


    Liebe Grüße - Norbert

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  • Hallo Miteinander,


    nur kurz heut.


    2 Fragen:


    - kann nach der OP das bisherige HG wieder getragen werden oder muss das die Zeit bis zur EA draußen bleiben?
    - kann der akustische Teil des CI genauso feinprogrammiert werden wie ein "normales" Hg oder nur "gröber"?


    Viele Grüße


    Pinochio

  • auch wenns noch so schwer fällt, HG kommt mir keines rein - abschnitt HG ist mit der OP beendet, abschnitt CI fängt an und dauert halt dann bis zur EA 4-6 wochen.
    werden harte wochen werden, aber denke auch die gehn rum.

    Liebe Grüße
    Martina


    OP: bilaterale Versorgung, 01.04.2014, Cochlear N6, CI422, EA 06.05.2014 (( :thumbsup: ))


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  • Hörgerät auf jeden Fall rauslassen, da die Wunden noch frisch sind und Erholung brauchen und keine 100 DB aus dem HG.....Ich habe Leute kennengelernt, die nach der OP dies gleich probiert haben und sich mehr geschadet haben als sonstwas. Stell dir vor: Da sind die Elektroden, die in dem winzigen, kleinen Schneckchen sind und die Lage stabilisieren müssen und du schickt ordentlich Schallwellen rein. Die Zeit geht rum, erhole dich und freue dich auf das, was kommt!
    Und der akustische Teil kann genauso fein programmiert werden.
    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
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  • Ok, das mit dem Hörgerät tragen nach der Op ist für mich arbeitsorganisaorisch von Bedeutung. Mit nur einem HG kann ich nicht in meinen hochkommunikativen Job als Sozialarbeiterin tätig sein. Dies wird auf eine längere Krankschreibung bis zur EA hinauslaufen. Die Gründe - Schonung der Schnecke - sind für mich absolut nachvollziehbar, daran hatte ich nicht gedacht. Hab nur an das noch vorhandene Resthörvermögen gedacht.


    Von welcher Firma kommt der akustische Teil? ist er reine Cochlear-Technologie oder steckt da Phonak etc drin? Kann mir das grad noch nicht richtig vorstellen, wie das läuft. Das CI an sich ja - da kenn ich ja viele Leut, aber der akustische Teil.


    VG Pinochio

  • Irgendeiner der drei führenden Hersteller arbeiten mit Phonak zusammen, ich glaube es ist AB. Sonst schau mal auf der Webseite von Medel, das sind auch Bilder von Hybrid-Systemen. Oder auch bei Cochlear. Noch besser von allen Herstellern Prospekte anfordern.


    Nachtrag: AB und Phonak



    Gruß Norbert

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    Einmal editiert, zuletzt von tele-nobbi ()

  • Hallo Miteinander,


    es ist nun einige Zeit vergangen. In der Zeit habe ich weitere Hörgeräte getestet und festgestellt, dass die linke Seite, auf der das Hybrid-CI, in den hohen Frequenzen nicht zum Leben erwacht ist. Ich bin nun zu 95% bei JA zum Hybrid-CI.


    Nun meine Frage: bei wieviel % war bei Euch vor der CI-Versorgung das Sprachverstehen mit Hörgeräten? Habe Angst, dass die Krankenkasse die Versorgung wäre mit dem Hörgerät ausreichend.


    Viele Grüße
    Pinochio

  • Ich hatte auf dem jetzigen "Blechohr" mit Hörgerät nur noch 30% Sprache verstanden und es wurde mir auch betätigt, dass ein "Super Power-Hörgerät" keine Verbessrung bringt.


    Cochlear-Implantate mit Sprachprozessoren sind "Prothesen" und werden rechtlich anders bewertet als Hörgeräte, die nur "technische Hilfsmittel" sind. Dennoch ist damit zu rechnen, dass die Krankenkasse oder DRV erst mal ablehnt wegen den hohen Kosen für Technik und Rehabilitation. Kämpfen lohnt sich.


    Da Du noch arbeitest, wird die Krankenkasse sich wohl sachlich für nicht zuständig erklären und den Antrag an die DRV weiterleiten. Das muss innerhalb einer bestimmten Frist erfolgen. Also auch hier am Ball bleiben und hartnäckig nachhaken..

  • Hallo Miteinander,




    es ist nun über ein Jahr her, dass ich hier geschrieben habe. Seitdem ist
    einiges passiert. Anfang November war die CI-OP und Anfang Dezember EA.


    Am Anfang hab ich nur piepen und Klirren gehört, dann Tagelang nur Kuhglocken
    (kam mir vor wie auf einer Almwiese).



    Die letzten 2-3 Wochen war
    das Hören mit dem CI zum Verzweifeln. Das Gebiepe und Geklirre etc, die
    Begleitgeräusche, haben nur noch genervt. Bin mit der Lautstärke
    wesentlich runter gegangen. Aber anstatt das mit der Zeit schwächer wird, und
    die Sprache und die eigentlichen originalen Geräusche deutlicher werden, wurde
    die "Begleitmusik" intensiver. Am Freitag wurde eine neue Einstellung
    programmiert, scheinbar ist es nun besser und nicht so nervig.



    Mich interessiert, wie das
    bei anderen Hybrid-Trägern war. Wie lange hat es bei Euch gedauert, mit die
    Sprache deutlich verständlich war (im Alltag)? Habt Ihr das Hörgerät auf der
    anderen Seite die gesamte Zeit getragen? Aber wann habt Ihr die akustische Komponente
    genutzt?



    Ich freu mich auf Eure
    Erfahrungen.



    Viele Grüße

  • ich wollte diesen Thread jetzt doch einmal weiter führen. Ich habe vor zweieinhalb Wochen mein CI bekommen und habe seit ein paar Tagen den Hybridanteil dazu. (Ausgeprägte Hochtonschwerhörigkeit bis.) Mit dem integrierten Hörgerät höre ich ganz gut, das Restgehör im TiefTonbereich ist schlechter als vorOP, aber soweit erhalten geblieben, dass ich jetzt zumindest damit zurecht komme.

    Wenn ich das Hörgerät entferne und eine Übungseinheit direkt auf das CI spiele, verstehe ich keine Worte und kann nur ganz vereinzelt Zahlen erkennen. Meine Frage ist jetzt, wie ich am besten weiter übe. Im Alltag werde ich ja immer, solange das geht das Restgehör mit Hörgerät und das CI neben einander haben. Um aber erst mal die Sprache des CI zu erlernen, könnte es doch sinnvoll sein, ohne Audio Teil und ohne Restgehör über das CI zu üben. Was denkt ihr dazu? was sind die Erfahrungen der anderen, die eine EAS-Versorgung haben? Über Antworten freue ich mich, Stephan

  • moin Stephan, dass das Restgehör nach 2 1/2 Wochen noch schlechter als vor der OP ist, halte ich nicht für ungewöhnlich. Schließlich war das ein großer Eingriff. Bei mir war erst nach gut 6 Wochen das Restgehör wieder so gut wie vor der OP.


    Gruß Andreas

    Rechts HG seit 2009 z.Z. Oticon Ria 2 Pro

    Links Naida CI Q90 EAS mit HiRes Ultra CI HiFocus SlimJ Electrode - OP 23.02.2018

    Erstanpassung am 16.04.2018 im DHZ Hannover