Sprachverarbeitungsstrategie MP3000

  • Hallo,


    ich habe im PDF-Dokument http://www.cochlear.com/files/…g-barrier-brochure_lr.pdf gelesen, dass es für das Nucleus-5-System von Cochlear möglich ist die Sprachverarbeitungsstrategie MP3000 zu verwenden. Sie soll besonders stromsparend sein und angeblich die Sprachverständlichkeit nicht negativ verändern.


    Hat jemand von euch MP3000 schon einmal verwendet und kann davon berichten? Ich will bei meinem ambulanten Rehatermin morgen einmal versuchen, MP3000 statt bisher ACE auf einem der vier Programmplätze des Sprachprozessors zu testen. Durch Erhöhung des Parameters Pulsrate auf 1800 und des Parameters Maxima auf 12 habe ich jetzt einen signifikant kürzere Lebensdauer meiner Akkus und muss sie noch häufiger aufladen, habe aber auch grosse Fortschritte bei der Sprachverständlichkeit gemacht. Das wiegt deshalb jetzt relativ schwer, weil bisher der grosse Akku im allgemeinen zwei Tage gehalten hat und der kleine Akku einen Tag und ich jetzt nicht mehr über die ganzen Tage komme mit einem Akku und die Akkus vor Ablauf des Tages wechseln muß.


    Ich spiele deshalb jetzt auch mit dem Gedanken von Akku auf Batterien zu wechseln bei meinem 2. CI, welches ich demnächst am 21. November bekomme.


    Liebe Grüße
    Thorsten
    http://www.c-fox.de

  • Hi Thorsten


    ich habe vor Jahren im Rahmen einer Studie mp3000 getestet. Meine Batterien hielten statt 3 damit 5 Tage. Die Hörtests waren extrem gut, aber der Klang ließ für mich zu wünschen übrig, so dass ich wieder zu ACE gewechselt bin. Ich habe damit auch die maximale Pulsrate bei 10 Maxima. Der Sound ist einfach besser.
    Mp3000 hat sich insgesamt nicht durchgesetzt, so dass es reguär nicht eingestellt wird. Einen Test ist es aber sicher für dich wert!



    Greetz,
    Martina

  • Hallo Martina,


    ich habe gestern im Rahmen meiner ambulanten Therapie die MP3000-Sprachverarbeitungsstrategie auf einem Programmplatz zum Testen im Alltag bekommen. Der Audiologe hatte nur wenig Ahnung davon, ich habe ihm deshalb die Broschüre von Cochlear gegeben, die ich hier schon als Link genannt habe, aber er ist aufgeschlossen für meine Experimente (so als verlängerter Arm des Patienten :wink: ) und wird sich in die Materie einarbeiten. Die MP3000-Anpassungen geschehen bei mir im Gegensatz zu Dir seinerzeit also nicht im Rahmen einer Studie sondern als eine ganz normale Anpassung, die von der KK bezahlt wird.


    Mein erster Eindruck von MP3000 ist sehr gut! Hohe Sprachverständlichkeit, allerdings war zunächst alles etwas leise, wenn der Sprachprozessor angeschaltet wurde, was vermutlich daran liegt, dass nicht mehr so viele Elektroden in einem Durchlauf aktiviert sind (bzw. aktiviert sein brauchen aufgrund des Masking-Effekts). Wir haben dann alles lauter gestellt der Klang voll und angenehm war. Einzeln angesprochen bzw. aktiviert sind die Elektroden nun sehr laut (im Vergleich zu ACE), aber im Zusammenspiel aller Elektroden nach dem Überspielen des MAP auf den Sprachprozessor ist es angenehm laut. Also ich finde es klingt sehr schön und natürlich, irgendwie nicht nur Batterie-schonend, sondern auch Cochlea-schonend, also in dem Sinne, dass die Hörschnecke von den Impulsen der Elektroden nicht so sehr gequält wird. Ich habe jetzt zunächst nur 6 Maxima eingestellt bekommen. Interessant ist die Info von Dir, dass man bis auf 10 Maxima gehen kann. 12 Maxima wie bei ACE sind dann wohl nicht mehr möglich nehme ich an?


    Ich werde jetzt die Gelegenheit haben, MP3000 im Alltag ausgiebig zu testen und werde genauso wie bei ACE meine Hörprobleme mit Audiolog 4 analysieren. Davon werde ich dann demnächst in meinem CI-Blog berichten wie ich es auch schon bei meinen bisherigen audiologischen Anpassungen getan habe.


    Liebe Grüße
    Thorsten
    http://www.c-fox.de

  • Hallo Thorsten,


    meine 10 Maxima beziehen sich aktuell auf ACE.


    Ich habe 2007 bis 2008 mp3000 auf beiden Seiten getestet jeweils mit verschiedenen Frequenzen:
    500 Hz, 1200 Hz und 2400 Hz. Alle mit 4 Maxima, wie ich meinen Unterlagen entnehme.
    Zunächst war ich ganz begeistert, vieles schien lauter und klarer zu sein, der Hörtests waren sehr gut (das sind sie bei mir allerdings immer) und die Batterielaufzeiten deutlich länger, wie bereits geschrieben. Nach einigen Monaten merkte ich dann aber, das alle Nebengeräusche lauter und damit störender waren als mit ACE, auch das Telefonieren war schlechter, das Richtungshören vermindert und Programme mit ASC (Störunterdrückung) auch schlechter wirkten. Der Klang war hallig, mit ACE ist es etwas knisternd. Ich war alle 3 bis 5 Wochen in Hannover beim Prof und hatte zum damaligen Zeitpunkt bereits über 200 Maps eingestellt bekommen und auch CIS getestet. Nach meinen Erkenntnissen ist ACE für mich am besten. Solange meine Batterien finanziert werden, ist der Stromverbrauch für mich kein Thema.
    Ich habe auch den N5 vor der Markteinführung ausprobiert, ebenfalls in einer Studie in Hannover, und weiß, dass deren Energiebedarf noch weitaus höher ist als beim Freedom. Die großen Akkus hielten bei mir nur max. 9 h, weswegen ich immer Batterien bevorzugen würde.


    Viel Erfolg beim Testen!
    Greetz,
    Martina

  • Hi,


    anscheinend hat Cochlear sein altes mp3000 wieder aus der Mottenkiste gekramt, denn auf den neuesten Broschüren wird damit geworben, dass auf dem N5 diese Sprachverarbeitungsstrategie programmierbar ist - wohl eine Konzession an den erhöhten Energiebedarf des N5 gegenüber den Vorgängern....


    Greetz,
    Martina

  • Hi


    ich werde sobald ich wieder einstellung hab meinen Techniker mal drauf ansprechen ob ich das mal testen kann.


    gruß franzi

    MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
    EA 27.10.2014
    links. Cochlear 512 10.11.2010
    EA 6.12.2010
    re-implantation 9.5.2011
    EA 14.6.2011

  • Ich habe diesen Beitrag ausgegraben, weil es mich interessiert, ob diese Strategie noch verwendet wird bei CI-Trägern unter euch?
    Ich habe ein N7 und leider hält der grosse Akku nur ca. 10 Stunden. Falls ich mit MP3000 den ganzen Tag durchkommen könnte, werde ich das mal austesten. ich habe bereits bei einer Einstellung erreichen können, dass der Akku 16h hält, indem ich ASC und die Hintergrundgeräuschunterdrückung reduzieren liess. Leider hat die letzte Einstellung wieder zu einem massiv höheren Stromverbrauch geführt.

  • Hallo Louise,


    ich benütze das MP3000 seit Juli durchgehend und bin sehr glücklich damit. Bei mir wurde das Programm ausgesucht, weil ich keine Bässe habe, da die Elektroden nur in 1,5 Windungen in der Schnecke sitzen, dann kommt ein Schwannom, das den Weg versperrt. So habe ich keine Bässe und alles zischelt in este Linie, was für mein Gehirn und mich total stressig ist, da ich ein gesundes Ohr habe und so eine extreme Diskrepanz der Ronhöhen auf den zwie Ohren ensteht. Mit diesem Programm ist die Diskrepanz kleiner, der Klang "besser" und ich kann wieder schlafen.


    Das war jetzt nicht Deine Frage, bei Dir geht es um den Akkuverbauch. Da ich einen Kanso trage, habe ich leider nur Batterien, aber sie halten einen halben Tag länger mit diesem Programm. Ich habe fast immer das Scanprogramm eingestellt, könnte mir vorstellen, dass der Batterieverbauch, oder in Deinem Fall Akkuverbauch, noch mehr reduziert wird mit einem normalen Programm. Mir scheint, da kennst Du Dich gut aus.


    Ich hoffe das hilft Dir weiter.


    Ich habe mehrere Studien über dieses Programm im Vergleich zu anderen gelesen und es scheint, dass das Sprachverständnis ungefähr gleich ist. Man muss sich nur etwas daran gewöhnen.


    Mit Gruss
    Bitzi

  • Louise,


    Der grosse Akku des n7 hält nur so kurz bei dir? Bei n7 ist der Stromverbrauch doch schon deutlich, bis zu 40%, gedrosselt.
    Hast du sehr hohe Impedanzen? Oder sehr hohe Impulsraten, die mehr Energie verbrauchen?
    Scan braucht ca. doppelt soviel Energie wie eine Einstellung ohne!


    Greetz
    Martina

  • Hallo Louise,


    diese Strategie kann noch verwendet werden. Ich selbst habe kürzlich einen Test mit der MP3000 gemacht.
    Leider kann ich meine Vorredner nicht bestätigen, das es sich gleich oder besser anhört. Ich war im Störgeräusch völlig überfordert. Sprache konnte ich damit überhaupt nicht mehr klar verstehen. Alles war nur mächtig laut und ein Wirrwarr aus Tönen. Meine Einstellung lag bei Maxima 6 und bedeutet das die 6 lautesten Töne verstärkt wiedergegeben werden und die eh schon leiseren gar nicht und dadurch erhält man natürlich eine längere Batterielaufzeit. Allerdings auf Kosten der Klangqualität.
    Ich arbeite in einer sehr Geräuschvollen Umgebung und ein klares hören mit dieser Einstellung war für mich dort so nicht möglich. ;(


    Aber unter anderen Rahmenbedingungen sicherlich einen Versuch wert, denn in einer ruhigen Umgebung habe ich damit alles bestens gehört und verstanden.




    Ganz lieben Gruss Babsy

  • Bezüglich ACE und MP3000 kann ich nicht mitreden, weil ich von Anfang an wahrscheinlich ACE nutze, wenn dies der Standard ist.


    Was mir in dieser Diskussion hier auffällt:
    Einerseits geht es darum mit der Sprachcodierung MP3000 Energie zu sparen und anderseits wird bei manchem Nutzer durch das Programm Scan zusätzliche Energie verbraucht!?


    Die erscheint mir nicht sehr konsequent, allerdings könnte auf diese Weise dennoch weniger Energie verbraucht werden, als wenn man die Sprachcodierung ACE und zusätzlich das Programm Scan verwendet. (Ich selbst bin kein Freund von Scan, weil ich diese automatischen Eingriffe persönlich als störend empfinde.)



    Allen Forumsmitgliedern, die sich ausführlicher mit einem Vergleich von ACE vs. MP3000 auseinandersetzen möchten, rate ich dazu, einmal einen Blick in die Doktorarbeit von Andreas Nägeli zu werfen. Ab der Seite 62 gibt es ein ausführliches Fazit und zwei Ergebnisse daraus lauten wie folgt:


    --> Die Sprachverständlichkeit unterscheidet sich zwischen ACE und MP3000 weder bei Lärm noch bei Ruhe kaum voneinander.
    --> Unter der Voraussetzung, dass eine vergleichbare Hörqualität erreicht werden konnte, belief sich der geringere Energieverbrauch mit MP3000 bei 24%.
    (Auch von Musiktests wird darin berichtet.)


    PDF

  • Danke für eure Bemerkungen. Vielleicht ist mein Problem mit der Akkudauer etwas offtopic, aber ich erlaube mir, doch nochmals darauf zurück zu kommen. Hier tummeln sich ja einige Expertinnen und Experten, die vielleicht noch einen Tipp für mich haben.
    Ja, der grosse Akku hält leider nur 10,5 Stunden. Bei mir spielt es keine Rolle, ob ich mich in einer lärmigen Umgebung befinde, übers iphone streame oder das Multimic verwende. Er hält genau gleich lange, wenn ich den ganzen Tag im Programm "Zu Hause" (also nicht Scan, sondern Programm für ruhige Umgebung generell) bin.
    Da nach der ersten Einstellung mit dem N7 der Akku auch nur etwa 11 h hielt, diskutierte ich dies mit dem Techniker. Der Stromverbrauch sei bei mir nicht überdurchschnittlich und die Impedanzen seien bei mir auch im Normbereich. Mit einer anderen Einstellung (weniger automatische Lautstärkeanpassung und Hintergrundgeräuschunterdrückung). Der Höreindruck war massiv besser und bin auf eine Akkudauer von 16 h. Mit der letzten Einstellung wurden die tieferen Töne etwas angehoben und ein ständiges Rauschen, das mich gestört hat, entfernt.
    Am liebsten hätte ich einen tollen Sound und ein Akku, der den ganzen Tag hält.. Darum denke ich, dass MP3000 ein Versuch wert sein könnte. Aber schade, dass MP3000 im Lärm anscheinend nicht toll funktioniert.

  • Hallo Franzi
    Ich hatte den Eindruck, dass der Stromverbrauch bei mir nicht als ungewöhnlich angesehen wurde. Es sei vielmehr so, dass es die Hersteller mit ihren Versprechungen (z.B. wie Cochlear bis zu 40 % Leistung) übertreiben würden. Ich kenne auch andere CI-Träger, bei denen die Akkus nicht den ganzen Tag halten (z.B. Medel Opus).
    Die Impulsrate kenne ich nicht. Da sollte ich mal nachfragen.


  • Ja, der grosse Akku hält leider nur 10,5 Stunden. Bei mir spielt es keine Rolle, ob ich mich in einer lärmigen Umgebung befinde, übers iphone streame oder das Multimic verwende. Er hält genau gleich lange, wenn ich den ganzen Tag im Programm "Zu Hause" (also nicht Scan, sondern Programm für ruhige Umgebung generell) bin.



    Hey Louise :)


    Das ist aber eigentlich unmöglich. Wenn Du Wireless verwendest, musst Du mehr Akku verbrauchen. Gut kann natürlich sein, dass da der Vorteil des neuen N7 drin liegt...
    Was allerdings neben der Programm-Einstellung auch großen Einfluß auf die Akku-Laufzeit hat, ist die Mikrofonempindlichkeit. Wenn Du die oft über 12 (12 ist bei N6 normal) eingestellt hast, verbrauchst Du mehr Akku.



    EDITH sagt: Mir fällt grad noch ein, wenn man den N7 mit dem iPhone nutzt, dann kann man das N7 doch auch über das Handy orten falls man es verliert. Vielleicht nimmt diese Einstellung viel Strom in Anspruch. Also der SP muss ja dann ständig GPS eingeschaltet haben... da ich aber kein N7 habe... ?(

    Links: EA Mai 2014 mit CI24RE (CA)- Cochlear N6 (CP 910)
    Rechts: HG von Oticon

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  • Hi Louise


    Du hast schon recht das die Angaben so nicht stimmen, nur 10,5h stunden finde ich schon recht wenig für einen Akku von Cochlear. Ich kam in Zeiten wo ich viel Strom brauchte auf 13h, das war noch mit dem N5, da sagte mein Techniker das ich verdammt viel Strom verbrauchen würde. Das der Akku von z.b nicht Med el nicht den ganzen Tag hält, das stimmt so weit auch, aber soweit ich weiß schreibt Med el ja schon Haus aus eine niedrigere Stunden zahl für ihre Akku auf.


    Ich kenne leider noch nicht soviele Leute die den N7 haben, den sonst könnte man sich da umhören wie lange bei ihnen der Akku hält.

    MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
    EA 27.10.2014
    links. Cochlear 512 10.11.2010
    EA 6.12.2010
    re-implantation 9.5.2011
    EA 14.6.2011