Implantat bei einohrig hörendem einjährigen Kind?

  • Hallo,


    unser Sohn ist seit Geburt auf dem linken Ohr taub. Dies wurde jetzt definitiv bestätigt. Rechts hört er zu 100 %
    Im April kommt er erst mal ins MRT um zu sehen, ob der Hörnerv vorhanden bzw. intakt ist.


    Sollte dies der Fall sein, wurde uns zu einem Implantat auf der linken Seite geraten.


    Jetzt stellt sich die Frage, ob ihm dies überhaupt was bringt oder es ihn eher stören könnte. Die sprachliche Entwicklung würde sich wohl normal entwickeln, da er ja rechts gut hört. Auch kann ich sonst nicht sagen, dass er in seiner Entwicklung in irgendeiner Form zurück ist. Er fing sogar vor zwei Wochen schon an zu laufen.


    Hat jemand Erfahrung mit so einem Fall?


    LG Ute + Marlon


  • Hallo Ute, hallo Marlon,


    wir stehen bei unserem Sohn (18 Monate) vor der selben Herausforderung. Erfahrungen kann ich daher leider (noch) keine teilen. Vorrausgesetzt die physischen Vorraussetzungen (MRT ist so in drei Monaten geplant) sind okay, tendieren wir allerdings dazu, ihm ein CI legen zu lassen.


    Wobei ich natürlich noch endlos viele Fragen und Unsicherheiten habe. In welcher Klinik seid ihr aktuell?


    LG
    Matthias

  • Ich bin im Prinzip bin ich so ein Fall, da ich durch eine OP im Kleinkindalter einseitig hörend aufgewachsen bin. Also auf linken Seite fast Taub auf der rechten Seite normal hörend. Bis zum Lebensalter von 28 Jahren hatte ich dieses auch als normalhörend empfunden und hatte in meiner Entwicklung keinerlei Probleme.
    Nun hatte ich aber leider mehrer Hörstürze und bin nun auf beiden Seiten taub geworden, was auch die CI Voruntersuchung bestätigt hat. Daher gibt es für mich nun keine alternativen mehr und werde mir ein CI auf der rechten Seite einbasteln lassen.
    Mit Verlaub finde ich es aber gewagt, wenn ein Kind nur einseitig hört, dass man hier gleich ein CI implementiert. Warum darf das Kind nicht nur einseitig hörend aufwachsen zumal die Entwicklung immer weiter vorranschreitet ?


    Die Frage ist, wie schlecht hört das Kind wirklich auf der schlechten Seite :roll:


    Gruß Ohrwurm

  • Morgen haben wir Termin in der Uni Würzburg. Dort kommt unser Sohn ins MRT um zu sehen, ob der Hörnerv vorhanden ist und wenn ja, ob er funktioniert.
    Dies möchten wir schon gerne wissen, da dann ja die weitere Entscheidung ansteht, ob er implantiert wird.
    Aber vorerst haben wir uns eigentlich gegen eine Implantation entschieden. Ich habe eine Freundin, sie ist auch seit Geburt auf dem linken Ohr taub, mittlerweile 41 Jahre alt. Bei ihr wurde nie etwas diesbezüglich unternommen. Mit ihr habe ich letzt gesprochen und für sie ist es "eine ganz normale Situation", sagte sie mir. Sie kennt es nicht anders. Sie spricht auch fließend Englisch, hat den Fernseher eher leise und ich kann auch sonst nicht sagen, dass sie irgendwelche Einschränkungen hat. Hätte sie mir damals nicht gesagt, dass sie links taub ist, ich würde es bis heute nicht wissen.
    Ich würde mit dem CI auch gerne noch warten, bis er auch mitentscheiden kann. Mal sehen, was die Uni morgen sagt.
    Ich habe jetzt halt schon oft gehört, dass man nicht zu lange warten soll, da sonst der Hörnerv verkümmert, wenn er nicht stimmuliert wird.
    Keine Ahnung, in welchem Zeitraum so ein Hörnerv verkümmert. Unser Sohn ist erst 15 Monate alt und irgendwie ist mir dass alles noch zu früh.

  • hallo marlon


    also mein sohn ist auch einseitig taub geborten.
    leider hat sich auch das andere ohr im kindergartenalter drastisch verschlechtert -ist jetzt an taubheit grenzend sh.
    er wurde dann mit 8 jahren auf dem bis dato tauben ohr ci versorgt. vorher hat er dort ein power hörgerät getragen, was ihm aber nicht wirklcih etwas gebracht, aber auch nicht gestört hat. vielleicht ist es die dadurch trotzdem stattgefundene stimulation, jedenfalls hört er super mit seinem ci, obowhl er ja vorher auf dem ohr 8 jahre taub war..
    ich kann euch also nur mut machen in ruhe zu entscheiden.


    grüße

  • hier mal ein kurzer Bericht von unserem Klinikaufenthalt in Würzburg.

    Wir hatten ein Einzelzimmer, das war echt super. Marlon war auch sehr brav und hat alles tapfer mitgemacht. Lediglich nach der Narkose war er eine halbe Stunde sehr schlecht drauf, ist dann aber noch mal eingeschlafen.
    Alle waren supernett und Marlon war der Liebling der Station.

    Zum Befund:
    Das MRT bei Marlon hat ergeben, dass sein linker Hörnerv nicht richtig ausgebildet ist. Somit hat sich das Thema Implantat erledigt.
    Zu 80 % freut uns das, zu 20 % nicht, da bei ihm somit kein räumliches Hören vorhanden ist. Was mitunter im Straßenverkehr zu Problemen führen kann.


    Es gibt lediglich noch eine Möglichkeit der Cross-Verbindung. D. h. er bekommt auf das taube Ohr ein Mikro, so dass die Geräusche etc. auf das gesunde Ohr übertragen werden. Einfach, dass er z. B. weiß, von links spricht ihn auch jemand an etc. Hat aber nichts mit dem räumlichen Hören zu tun und er muss mind. 3 - 4 Jahre sein, bevor man dass ausprobieren kann. Wird auch nicht implantiert.


    Gut, was die Zukunft in Sachen Technik, Implantate etc. bei solchen Kindern noch bringt, weiß keiner. Sie arbeiten daran, z. B. direkt in den Hirnstamm zu implantieren, aber dass ist zur Zeit noch nicht möglich und ob man dass möchte, ist die Frage.


    Auf jeden Fall ist uns heute eine riesige Last vom Herzen gefallen, dass uns somit die Entscheidung Implantat oder nicht, abgenommen wurde. Auch wenn der Befund nicht gerade toll ist.
    Rechts hört er auf jeden Fall zu 100 % und da müssen wir halt immer aufpassen, dass das so bleibt.


    Und vorerst nach Würzburg müssen wir auch nicht, erst wieder in einem halben Jahr.


    Liebe Grüße
    Ute + Marlon + Family

  • Zitat von "Marlon"


    Das MRT bei Marlon hat ergeben, dass sein linker Hörnerv nicht richtig ausgebildet ist. Somit hat sich das Thema Implantat erledigt.
    Zu 80 % freut uns das,


    Eltern sein ist hart :D. Aber warum nicht auch im Falle einer OP-Möglichkeit sich bewusst dagegen entscheiden? Man muss nicht alles mitmachen, was sich bietet. Ich finde 100% hören auf einem Ohr ist schon ziemlich gut. Naja, das ist insgesamt nur leicht schwerhörig und ich kenne eben viele, die viel schlechter hören. Sich für ein CI-Gehör zu entscheiden, bedeutet auch, dass man es akzeptiert im Laufe des Lebens noch ein paar mal reimplantiert zu werden. Ob das Kind das später toll findet, wenn sich die Eltern dafür entschieden haben? Ich las hier, dass man von 3-5 Reimplantaten im Laufe des Lebens ausgeht. (Pro CI-Ohr, wenn ich das richtig verstehe) Ich weiß aber nicht, ob da auch Fälle von defekten Geräten etc. berücksichtigt sind oder ob das nur der übliche OP-Rhytmus wegen der Alterung der Geräte o.ä. ist.


    Zitat

    zu 20 % nicht, da bei ihm somit kein räumliches Hören vorhanden ist. Was mitunter im Straßenverkehr zu Problemen führen kann.


    Achwas! Ich bin praktisch gehörlos und noch immer nicht überfahren worden. :D Alles eine Frage, wie man damit umgeht. Wer hörgeschädigt ist, stellt sich darauf ein.


    Zitat

    Es gibt lediglich noch eine Möglichkeit der Cross-Verbindung. D. h. er bekommt auf das taube Ohr ein Mikro, so dass die Geräusche etc. auf das gesunde Ohr übertragen werden.


    Wäre das nicht vielleicht sogar besser als ein CI? Kann man überhaupt räumlich hören, wenn sich die Gehöre so stark unterscheiden? (CI und normales Gehör)


    Zitat


    Gut, was die Zukunft in Sachen Technik, Implantate etc. bei solchen Kindern noch bringt, weiß keiner. Sie arbeiten daran, z. B. direkt in den Hirnstamm zu implantieren, aber dass ist zur Zeit noch nicht möglich und ob man dass möchte, ist die Frage.


    Es gibt doch schon Hirnstammimplantate, denke ich. Aber ich würde das Risiko nicht eingehen, wenn er doch auf einem Ohr so super hören kann.


    Zitat

    Auf jeden Fall ist uns heute eine riesige Last vom Herzen gefallen, dass uns somit die Entscheidung Implantat oder nicht, abgenommen wurde.


    Dass es CI's gibt, sollte doch keine Belastung sein... ;) Oder fühlen sich Eltern gesellschaftlich dazu gezwungen "alles für ihr Kind" zu tun? Ich habe neulich zufällig einen Vater mit 2 Kindern getroffen. Die haben gebärdet. Ich sprach ihn an, er war zu meiner Überraschung hörend und die Kinder gehörlos (ich dachte umgekehrt). Er hat Gebärden gelernt und sie haben sich gegen CI's entschieden. Finde ich vollkommen ok., ja sogar super, dass die Eltern sich so intensiv mit den Kindern auseinandersetzen. Die meisten Eltern lassen sofort ein CI implantieren und ersparen sich das Erlernen der Gebärden ;). Ok., das kann man aus zweierlei Perspektiven sehen, aber der Vater hat meinen großen Respekt. Ich würde so einem niemals vorwerfen, für seine Kinder falsch entschieden zu haben. Es gibt halt auch glückliche Gehörlose. Allerdings muss man sagen, dass die Szene schrumpft aufgrund des CI's und dies die Gehörlosen-Situation heute möglicherweise erschwert.


    Zitat


    Und vorerst nach Würzburg müssen wir auch nicht, erst wieder in einem halben Jahr.


    Warum?
    j.

  • Zitat von "jenne"


    .....Ich las hier, dass man von 3-5 Reimplantaten im Laufe des Lebens ausgeht. (Pro CI-Ohr, wenn ich das richtig verstehe) Ich weiß aber nicht, ob da auch Fälle von defekten Geräten etc. berücksichtigt sind oder ob das nur der übliche OP-Rhytmus wegen der Alterung der Geräte o.ä. ist.


    .....................


    Dass es CI's gibt, sollte doch keine Belastung sein... ;) Oder fühlen sich Eltern gesellschaftlich dazu gezwungen "alles für ihr Kind" zu tun? Ich habe neulich zufällig einen Vater mit 2 Kindern getroffen. Die haben gebärdet. Ich sprach ihn an, er war zu meiner Überraschung hörend und die Kinder gehörlos (ich dachte umgekehrt). Er hat Gebärden gelernt und sie haben sich gegen CI's entschieden. Finde ich vollkommen ok., ja sogar super, dass die Eltern sich so intensiv mit den Kindern auseinandersetzen. Die meisten Eltern lassen sofort ein CI implantieren und ersparen sich das Erlernen der Gebärden ;). Ok., das kann man aus zweierlei Perspektiven sehen, aber der Vater hat meinen großen Respekt. Ich würde so einem niemals vorwerfen, für seine Kinder falsch entschieden zu haben. Es gibt halt auch glückliche Gehörlose. Allerdings muss man sagen, dass die Szene schrumpft aufgrund des CI's und dies die Gehörlosen-Situation heute möglicherweise erschwert......


    Ich ahnte, dass die Diskussion irgendwann wieder so verläuft, dass Falschinfos verbreitet bzw. auf solche Link hingewiesen wird indem immer wieder "daraufgeritten" wird.


    Wg. Alterung des Implantat wird keiner Reimplantiert und es gibt hier keinen "üblichen OP-Rhytmus". Warum sollte reimplantiert werden, wenn das Implantat funktioniert? Im Leben 3-5 mal reimplantation........ kann vorkommen, aber das ist meines Wissens eher selten. Ich kenne CI´lern die schon seit 15 Jahre oder länger immer noch ERSTE Implantat tragen. Was öfters ausgetauscht wird sind ÄUSSERE TEILE somit sind hierbei Sprachprozessoren gemeint!
    Mein 1.CI Implantat trage ich schon seit über 11 Jahren und ist nie was passiert.


    Was in letzter Zeit vermehrt auftrat, dass bei allen Fabrikate bei Neuimplantate Fehlerhafte Serie auftraten und diese durch Rückrufaktion nicht mehr eingesetzt wurde. Daraufhin kam bei bereits implantierte zu Probleme die dann reimplantiert wurden.
    Hierbei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass das CI aus Technik besteht und Technik KANN kaputt gehen! Prozentual gesehen ist dies gering.


    Im anderen Thread fragtest Du wg. Diebstahlwarnsystem. Auch das kommt selten vor. Mir ist in Kaufhäusern noch nie was passiert


    Was Gebärden anbelangt, wie Du hier über Vater mit GL Kinder schrieb. Da zieh ich auch den Hut davor, wenn man diesen Weg geht. Aber ich respektiere ebenso die Eltern die bei dessen Kind FÜR ein CI entscheiden. Hier sind nicht nur Hörende Eltern - GL/SH Kindern sondern auch GL/SH Eltern - GL/SH Kinder.


    Das CI selbst gibt schon seit über 20 Jahren und steckt nicht mehr in "Kinderschuhen".


    Gruss
    Sandra

  • Zitat von "Sandra"


    Ich ahnte, dass die Diskussion irgendwann wieder so verläuft, dass Falschinfos verbreitet bzw. auf solche Link hingewiesen wird indem immer wieder "daraufgeritten" wird.


    Welche Infos der Seite konkret sind falsch?


    Zitat

    Wg. Alterung des Implantat wird keiner Reimplantiert und es gibt hier keinen "üblichen OP-Rhytmus". Warum sollte reimplantiert werden, wenn das Implantat funktioniert?


    Ich meine, es kann mit der Zeit defekt werden. Technik hält ja nicht ewig. Wahrscheinlich hat man die Implantate aber schon extrem langlebig gebaut.


    Zitat

    Im Leben 3-5 mal reimplantation........ kann vorkommen, aber das ist meines Wissens eher selten.


    Kann bisher ja auch nur eine Abschätzung für die durchschnittliche Anzahl sein. Wenn der Sprachprozessor defekt ist und der Hersteller pleite ging, muss wohl auch neu implantiert werden. Aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob diese Abschätzung nur alterungsbedingt sein soll oder auch "außerplanmäßige Defekte" einschließt. Ich schätze letztes trifft eher zu. 3 mal Reimplantieren bedeutet 4 OPs, also z.B. mit 2 Jahren (Kind), mit 17, mit 32, mit 47 und mit 62. Das wäre z.B. ein 15 Jahre "Rhytmus" und schon nicht schlecht. Bei 2 CIs sind es dann halt 8 OPs. 5 bzw. 10 Reimplantate müsste bedeuten, dass der Mensch sehr lange lebt :D oder eben außerplanmäßige Defekte eingeschlossen sind, was ich vermute.


    Zitat

    Ich kenne CI´lern die schon seit 15 Jahre oder länger immer noch ERSTE Implantat tragen.


    Ja, auch 20 Jahre soll es schon geben. Die ganze Abschätzung ist wohl einfach eine vorsichtige Schätzung. Man will wohl nicht zuviel versprechen, muss aber eben mit Reimplantationen rechnen.


    Zitat

    Was öfters ausgetauscht wird sind ÄUSSERE TEILE somit sind hierbei Sprachprozessoren gemeint!


    Das wäre aber keine "Reimplantation".


    Zitat

    Mein 1.CI Implantat trage ich schon seit über 11 Jahren und ist nie was passiert.


    Hast du ein zweites? Wenn das erste kaputt geht, würdest du dann gleich eine Reimplantation machen lassen?


    Zitat


    Was in letzter Zeit vermehrt auftrat, dass bei allen Fabrikate bei Neuimplantate Fehlerhafte Serie auftraten und diese durch Rückrufaktion nicht mehr eingesetzt wurde. Daraufhin kam bei bereits implantierte zu Probleme die dann reimplantiert wurden.


    Ja, ich kenne da auch eine, wo es nach 2 Jahren kaputt ging und noch einen anderen, wo es noch früher kaputt ging. Aber das kommt sicher nicht so oft vor, ist nur ärgerlich, wenn man zu den Betroffenen gehört.


    Zitat

    Hierbei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass das CI aus Technik besteht und Technik KANN kaputt gehen! Prozentual gesehen ist dies gering.


    Gibt es offizielle Zahlen?


    Zitat

    Im anderen Thread fragtest Du wg. Diebstahlwarnsystem. Auch das kommt selten vor. Mir ist in Kaufhäusern noch nie was passiert


    Super. Das beruhigt. Meine Bekannte liegt wahrscheinlich genau jetzt auf dem OP-Tisch. Oder mal eben die Auflösung, wer die "Bekannte" ist: meine Frau :). Ich werde das dann wohl auch alles genau aus der Nähe miterleben.


    Zitat

    Was Gebärden anbelangt, wie Du hier über Vater mit GL Kinder schrieb. Da zieh ich auch den Hut davor, wenn man diesen Weg geht. Aber ich respektiere ebenso die Eltern die bei dessen Kind FÜR ein CI entscheiden.


    Ja, ich auch. Ich wüsste jetzt auch nicht, wie ich entscheiden sollte, wenn meine Kinder gehörlos geworden wären. Das ist schwer für Eltern.


    Zitat


    Das CI selbst gibt schon seit über 20 Jahren und steckt nicht mehr in "Kinderschuhen".


    Ja, als ich 1982 an Hirnhautentzündung ertaubte, hatte man mir schon davon erzählt. Damals gab es Steckersysteme in Düren von Prof. Banfai, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Das waren die Pioniere, denke ich mal. Gibt es heute noch Leute mit Steckersystemen?
    j.

  • Zitat von "jenne"

    Gibt es heute noch Leute mit Steckersystemen?


    In Bezug auf CI-Systeme:


    NEIN


    Bei BAHA ja, aber das ist kein CI. Wobei das hier kein Stecker ist, sondern eine Kupplung.

  • Zitat von "jenne"


    Ich ahnte, dass die Diskussion irgendwann wieder so verläuft, dass Falschinfos verbreitet bzw. auf solche Link hingewiesen wird indem immer wieder "daraufgeritten" wird.


    Welche Infos der Seite konkret sind falsch?


    Den Link den Du genannt hattest. Mehr möchte ich hierzu nichts sagen.


    Zitat

    Wg. Alterung des Implantat wird keiner Reimplantiert und es gibt hier keinen "üblichen OP-Rhytmus". Warum sollte reimplantiert werden, wenn das Implantat funktioniert?


    Ich meine, es kann mit der Zeit defekt werden. Technik hält ja nicht ewig. Wahrscheinlich hat man die Implantate aber schon extrem langlebig gebaut.


    Mir wurde vor ca. 12 Jahren vom CI-Arzt auf meine Frage nach "Haltbarkeit" gesagt, eigentlich Lebenslang sollte dies halten falls kein Defekt auftritt o.ä.
    Aber wie gesagt, es geht hier um Technik und das KANN kaputt gehen


    Zitat

    Was öfters ausgetauscht wird sind ÄUSSERE TEILE somit sind hierbei Sprachprozessoren gemeint!


    Das wäre aber keine "Reimplantation".


    Richtig


    Zitat

    Mein 1.CI Implantat trage ich schon seit über 11 Jahren und ist nie was passiert.


    Hast du ein zweites? Wenn das erste kaputt geht, würdest du dann gleich eine Reimplantation machen lassen?


    Das 2. habe ich seit 2007 und JA


    Zitat

    Hierbei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass das CI aus Technik besteht und Technik KANN kaputt gehen! Prozentual gesehen ist dies gering.


    Gibt es offizielle Zahlen?


    Offizielle Zahlen habe ich nicht, mir wurde gesagt, dass dies bei unter 1% liegt. Wie es inzwischen nach den Rückrufaktionen Prozentual aussieht weiss ich nicht


    Gruss
    Sandra

  • Unser Sohn muss nur zur Kontrolle des hörenden Ohres in einem halben Jahr wieder nach Würzburg.


    An eurer Diskussion kann ich mich nicht recht beteiligen, da ich ja jetzt mit CI keine Erfahrungen habe.
    Nur soviel:


    Ich denke, wenn mein Kind völlig taub wäre, hätten wir es machen lassen.


    Vor dem Vater mit den gehörlosen Kindern ziehe ich auch den Hut.


    Ich persönlich denke auch, es wäre mehr als schade, wenn die Gebärdensprache bald aussterben würde.
    Eigentlich wäre es doch besser, dass man auch trotz CI die Gebärdensprache erlernt.
    Aber unser Sohn ist der einzige in unserer Familie, der jetzt einseitig taub ist und somit habe ich auf diesem Gebiet auch keinerlei Erfahrungen.


    LG Ute & Marlon

  • Hallo Ute und Marlon,


    sorry, dass man vom Thema abgekommen ist. Hatte nur das letzte Posting von Jenne gelesen und bin darauf eingegangen ohne den Eingangsposting genauer zu beachten. War keine Absicht.


    Einseitig ertaubte bei Erwachsene hatte ich im letzten Jahr in der Reha einige kennengelernt. Alle sagten, dass die in Störlärm Schwierigkeiten hatten und liessen sich trotz guten Ohr auf dem Tauben Ohr ein CI implantieren. Allerdings gab hierbei bei der Anpassung bei einigen Schwierigkeiten, da das "Gut"hörende Ohr dominanter war.


    Bei Kinder würde ich eher abwarten. Da anderseits auch von einige Erwachsene zu hören gab, dass man trotz einseitige Taubheit recht gut verstehen kann. Reagiert Eure Sohn auf Geräusch/Sprache bzw. fängt an zu sprechen? Bevor man mit HG testet bzw. das CI doch in Frage kommt, sollte erstmal überprüft werden wie hoch der Hörverlust ist. Kinder wachsen damit auf und kennen ggf. nicht anders und wird später vorallem im Störlärm das "Gut"Hörende Ohr zu Gesprächspartner richten.


    Gruss Sandra

  • Zitat von "Sandra"


    Den Link den Du genannt hattest. Mehr möchte ich hierzu nichts sagen.


    Ok., käme in diesem Thread auch zu sehr OT.


    Zitat

    Mir wurde vor ca. 12 Jahren vom CI-Arzt auf meine Frage nach "Haltbarkeit" gesagt, eigentlich Lebenslang sollte dies halten falls kein Defekt auftritt o.ä.


    Ah, gut. Das hatte ich noch nirgendwo so gelesen.


    Zitat

    Aber wie gesagt, es geht hier um Technik und das KANN kaputt gehen.


    Jo. Wie komplex ist die Technik im Kopf eigentlich? Ich glaube, die empfindlicheren Teile sind wohl die äußeren Teile.



    Zitat


    Das 2. habe ich seit 2007 und JA


    Lässt sich ein CI bei einer Reimplantation wieder genausogut einsetzen wie beim ersten Mal? Gibt es hier Reimplantierte? Alles gut gegangen?


    Zitat


    Offizielle Zahlen habe ich nicht, mir wurde gesagt, dass dies bei unter 1% liegt.


    Das kann man akzeptieren, denke ich. Ein bisschen Glückssache ist es ja auch immer, dass einfach alles gut passt und so. Die OP meiner Frau heute morgen verlief übrigens gut. Keine Geschmacksbeeinträchtigung, nur ein wenig Schmerzen an der OP-Narbe (normal). Sie bekam ein ganz neues Modell (Harmony?). Hoffentlich ist es solide :).


    BTW: Mit einem CI plus normalem Gehör auf der anderen Seite stelle ich mir vor wie ein guter und ein schlechterer Lautsprecher. Ich würde den schlechten wohl lieber abschalten, aber Erfahrung habe ich da keine. Ist halt nur so eine Überlegung.
    j.

  • Hallo Sandra,


    leider ist bei Marlon kein CI möglich, da der Hörnerv nicht richtig entwickelt ist, wo nix ist, kann man nix implantieren. Also es würde nix bringen. Auch ein Hörgerät (haben wir schon probiert) funktioniert nicht.


    Marlon entwickelt sich bis jetzt (15 Monate) ganz normal. Er plappert, fängt langsam an zu sprechen. Hört eigentlich normal. Also wenn man es nicht weiß, merkt man nichts.
    Er fing auch schon mit 12 3/4 Monaten an zu laufen und seitdem ist nichts mehr vor ihm sicher.


    Das einzige Problem was wir schon seit Geburt mit ihm haben ist, dass er nicht durchschläft und öfters nachts mal aufwacht und dann weint. Lässt sich ab er relativ schnell wieder beruhigen. Ob das allerdings was mit seinem Ohr zu tun hat, bezweifle ich.
    Wir müssen jetzt einfach abwarten, wie er sich weiterentwickelt und hoffen, dass sein gesundes Ohr auch gesund bleibt.
    Wie er allerdings im KiGa oder in der Schule zurechtkommt, bleibt abzuwarten.
    LG Ute & Marlon

  • Zitat von "Sandra"

    Das 2. habe ich seit 2007 und JA


    Kannst du einen Unterschied in der Hör-Qualität feststellen? Hörst du mit dem neuen Implant deutlich sauberer/besser? Ist mit den beiden (vermutlich unterschiedlichen?) CIs orten möglich?
    j.

  • Hallo zusammen,
    ich greife die Diskussion hier nochmal auf, auch wenn sich das Thema für Marlon erledigt hat (ich verstehe eure 80%ige Freude), da sicher imme röfter Etern vor diesem Problem sthen werden (dank dem Neugeborenenscreening)


    Wir haben uns bei unserem Sohn (jetzt zwei Jahre alt) jetzt für ein CI entschieden. Ich muss gestehe, die vielen kritischen Rückmeldungen aus der CI-Community haben mich schon sehr überrascht und zweifeln lassen. So ganz verstehen kann ich sie allerdings nicht.


    Klar, gegen ein CI sprechen die grundlegenden OP-Risiken und die ohne Frage folgenden Anstrengungen und Einschränkungen die auf ihn (und auch die ganze Familie) zukommen. Angesichts einer bislang völlig normalen (Sprach-)Entwicklung wiegen diese Nachteile sicher schwerer als bei beidseitig gehörlosen.


    Aber, auch wenn viele einseitig Gehörlose berichten, dass es sich gut leben lässt, so haben sicher genausoviele erhebliche Einschränkungen. Kleinigkeit wie Nackenproblemen fände ich ja noch problemlos. Aber viele berichten ja schon, dass sie vor allem mit zunehmenden Alter sensibler auf schwierige Geräuschumgebungen reagieren und insbesondere Menschenansammlungen meiden. Dies halte ich für eine massive Einschränkung der Lebensqualität. Statistiken zeigen zudem auch deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit schulischer Probleme bei einseitig gehörlosen deutlich höher liegt als bei beidseitig hörenden. In der Summe sind die Erfahrungen mit implantierten einseitig Gehörlosen ausgesprochen positiv, so dass ein CI helfen kann, die Nachteile/Risiken einer einseitigen Gehörlosigkeit zu vermeiden.


    Stellt sich somit für mich die Frage, es sofort zu machen oder abzuwarten. Der von momo weiter oben beschriebene Verlauf ist für mich das wichtigste Argument möglichst schnell zu implantieren. Der Grund für den einseitigen Hörverlust wird man nie zu hundert Prozent bestimmen können. Die wahrscheinlichste Ursache ist eine CMV-Infektion während der Schwangerschaft. Das bedeutet, niemand kann ausschließen, dass nicht auch das jetzt noch gesunde Ohr in den nächsten Jahren nachlässt. Dann erst mit Implantat und Training zu beginnen haeiß aus meiner Sicht, vorher Zeit vergeben zu haben. Alle Studien zeigen ja, dass das Hirn in den jungen Jahren noch deutlich schneller lernen und mit dem CI umgehen lernen kann als später. Warum soll ich also diese Zeit verstreichen lassen?


    In der Summe kommen wir daher zu dem klaren Ergebniss, zeitnah das CI anzugehen. Das diese Entscheidung trotzdem Bauchschmerzen bereitet ist klar. Rational sehe ich aber keine Alternative.


    Bleibt jetzt für uns die Frage, welcher Hersteller. Auch ganz schön nervig.


  • Das fett gedrückte von mir würde ich nur dann einwilligen. Alles andere mit der Schwierigkeit wie mit der Menschenansammlung durch Hörschädigung hat ebenso ein gesunderer Mensch Schwierigkeit...jeder Mensch ist eigenartig...


    Bei der Wahl des Produktes einfach mal an Materialien anfordern. Jeder schwärmt für sich und alle Produktsangeboten sind gleich gut.


    Alles Gute und viel Erfolg und möglichst wenig Sorgen machen.


    LG, Liane

    "... das Ohr ist das Tor zur Seele..."
    (Indonesisches Sprichwort)
    ___________________________________
    rechts: N5 06/2010
    links: N5 11/2012

  • Zitat von "MatthiasW"


    Wir haben uns bei unserem Sohn (jetzt zwei Jahre alt) jetzt für ein CI entschieden.


    Ist er auch einseitig normal hörend? Berichte später bitte mal, wie es funktioniert mit einem CI und einem normalen Gehör. Ich schätze mal, dass gerade bei sehr kleinen Kindern nicht sehr viel Geduld da ist, das CI dran zu lassen, wenn das andere Gehör normal ist. Hoffe, es klappt bei euch alles gut.


    Zitat


    Aber, auch wenn viele einseitig Gehörlose berichten, dass es sich gut leben lässt, so haben sicher genausoviele erhebliche Einschränkungen. Kleinigkeit wie Nackenproblemen fände ich ja noch problemlos. Aber viele berichten ja schon, dass sie vor allem mit zunehmenden Alter sensibler auf schwierige Geräuschumgebungen reagieren und insbesondere Menschenansammlungen meiden. Dies halte ich für eine massive Einschränkung der Lebensqualität.


    Hmm... so schlimm? Ich meine, der Mensch hat ja nie besser gehört. Insofern ist es normal für einseitig Hörende, ein bisschen schwerhörig zu sein. Aus meiner Sicht als quasi Gehörloser ist einseitige Taubheit ein Bagatellschaden :D. Aber mir ist klar, dass das aus Sicht beidseitig Hörender ganz anders aussieht. Ich war ja selbst beidseitig hörend und aus solcher Sicht ist jeder Verlust hart.


    Ich kenne einen Erwachsenen, der einseitig hörend ist bzw. einseitig taub :). Von dem habe ich nie von Nackenproblemen gehört. Viele Schwerhörige hören nur einseitig.


    Zitat

    Statistiken zeigen zudem auch deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit schulischer Probleme bei einseitig gehörlosen deutlich höher liegt als bei beidseitig hörenden.


    Gibt es da einen Link? Wäre interessant.


    Zitat


    Das bedeutet, niemand kann ausschließen, dass nicht auch das jetzt noch gesunde Ohr in den nächsten Jahren nachlässt. Dann erst mit Implantat und Training zu beginnen haeiß aus meiner Sicht, vorher Zeit vergeben zu haben.


    Aber dann kann man doch das frisch ertaubte Gehör implantieren. Sind die Verständnis-Erfolge bei Ertaubten und Kindern nicht ähnlich? Wie viele einseitig Taube verlieren im Laufe des Lebens noch das 2. Gehör?


    Zitat

    Das diese Entscheidung trotzdem Bauchschmerzen bereitet ist klar. Rational sehe ich aber keine Alternative.


    Ich würde das Kind vielleicht noch etwas beobachten, wie weit es mit der einseitigen Taubheit klarkommt bzw. wie groß die Probleme tatsächlich sind. Ein CI ist doch noch weit entfernt von der Qualität eines normalen Gehörs, aber ich schätze auch, dass es rein gehörmäßig zusammen schon ein Fortschritt wäre, wenn gut trainiert wird.
    j.


    PS: Habe gerade diesen Link ergooglet, vielleicht interessant: http://www.hcig.de/index.php?o…32&id=24430&Itemid=100007 .